Meinung: Gut-für-fünf Lösungen brauchen konventionelle Vertriebsstrategien

Ist etwas gut-für-fünf oder kann das weg

Es gibt auf der einen Seite bereits viele Gut-für-fünf Lösungen, auf der anderen Seite gibt viele Menschen die auch bereit sind bewußter und damit hin zu gut-für-fünf zu kaufen.

Meine Beobachtung:
Für viele gut-für-fünf Lösungen muss mensch einen extra Meter gehen, sowohl bei der Recherche (auch, was ist überhaupt wie gut?) und auch beim Kauf.

Hier geht es zum Artikel: Ist das gut-für-fünf oder kann das weg?

Die sehr engagierten Käufer haben sich in diesem wertebasierten Wirtschaftsnetzwerk orientiert und akzeptieren diesen extra Aufwand
Abgeleitet von Biolebensmittel und LOHAS Statistiken sind das 10-20% der Bevölkerung in Deutschland.
Daneben gibt es, wieder am Beispiel Biolebensmittel weitere 40% der Menschen, die durchaus interessiert sind, entsprechend gut-für-fünf Einkäufe zu tätigen. Verbunden damit eine stetig abnehmende Priorität dieses Aspektes gut-für-fünf.

Darauf basierend bin ich mir sicher, dass es in allen gut-für-fünf Themen ein großes Potential für den nächsten Schritt zur Steigerung des Marktanteils von gut-für-fünf Produkten und Dienstleistungen.
Was wir dazu sicherstellen müssen ist, dass die besseren Lösungen ohne nennenswerten Mehraufwand auffindbar, erkennbar und verfügbar sind.
Daraus leite ich folgendes als sinnvoll bzw. notwendig ab:

  • Einfache, allgemeingültige Leitsätze (Rubrik: Was jeder tun kann), die jedem eine erste Orientierung für sein Handeln geben.
  • Erkennbare Kennzeichnung im Mischangebot der konventionellen Händlern
  • Komplette Händlerstrukturen mit der Kernphilosophie gut-für-fünf, wodurch der Kunde Vertrauen aufbauen kann, wenn ich dort kaufe, dann bekomme ich Produkte auf hohem Niveau.
  • Konventionelle Vertriebsstrategien anwenden um gut-für-fünf Produkte sichtbar machen: Unterschiedliche Rollen im Ecommerce

Konkrete beispielhafte Ideen:
Die Genossenschaftsbanken mit ihrem flächendeckenden Filialnetz könnten aus dem Stand heraus die perfekte Vertriebstruktur für gut-für-fünf Produkte sein.
Da die Genossenschaftsbanken (mindestens einige) sich aus landwirtschaftlichen Produktions- und Vertriebsgenossenschaften heraus entwickelt haben, dürfen diese mehr machen als nur Bankgeschäfte.
Back to the roots… Zurück zu den Anfängen kann und würde dann auch bedeuten, wieder lokale Wirtschaftskreisläufe zu ermöglichen und fördern.
Gut-für-fünf von regionalen Firmen für die Region – das Geld bleibt in der Region wirksam… perfekt.

Ecommerce Firmen, mit Gemenwohl Orientierung im Gesellschaftszweck, die zum einen ein Affiliate Netzwerk betreibt, das offen für alle sogenannte Merchants und Publisher ist, gleichzeitig selbst Marktplätze und Portale betreibt und bewirbt. Ausführungen zu den Begriffen später oder an anderer Stelle. Wenn diese Betreiber Plattform über den Purpose Ansatz zu einem sich-selbst-gehörenden-Unternehmen (mit Gemweinwohlverpflichtung) wird, ist auch über die Gesellschaftsanteile keine unlautere Einflußnahme jedweder Art möglich.

Auch liegen unterschedlichste Plattform-Geschäftsmodelle auf der Hand, bei denen die (digitale) Marke das Gesicht gegenüber dem Kunden ist, die Ausführung in der Hand lokaler Partner liegt. Flixbus kann hier als Beispiel taugen, das größte Busunternehmen besitzt und betreibt keinen einzigen eigenen Bus. Die operative Durchführung liegt in der Hand von dezentralen Partnerunternehmen. Diese haben für diese Fahrten keinen eigenen Vertriebsaufwand, sind also Auftragsdienstleister. Ich selbst habe in 2018 genau nach diesem prinzip intensiv am Konzept eines virtuellen Biocatering Unternehmens gearbeitet.

Lokales Kleingewerbe lässt sich analog einer bundesweiten Franchisemarke betreiben.
Eine übergeordnete Marke, die dafür steht, basierend zu spezifizierender gut-für-fünf Werte zu wirtschaften vereinfacht es Kunden und Gewerbetreibenden zusammenzukommen durch

  • einheitlichem Auftritt und Namen
  • einheitliches Kernangebot
  • einheitliche Qualität und Qualitätsversprechen

Dabei halte ich das Modell der Steinbeis Stiftung und deren untergeordneter Gmbhs für spannend.
Die Stiftung wurde gegründet um den Wissentransfer von Universitäten in die Wirtschaft zu fördern. Über eine Dach GmbH wurde es professoren ermöglicht nebenberuflich, also neben ihrer Lehrtätigkeit Beratung zu betreiben. Die inzwischen über tausend Steinbeisunternehmen sind innerhalb von drei GmbH eigenständige Profitcenter. Gegenüber dem Kunden haftet die große GmbH mit Millionen-Umsatzen. Intern ist jeder Zentrumsleiter formal freiberuflich tätig und grundsätzlich für seine Wirtschaftlichen Erfolg und auch für Verluste verantwortlich.
Ich sehe hier eine spannende Alternative zur Genossenschaft.
Gemeinsame Bestellportale bei Lieferanten könnten die Kapitalbindung im System optimieren. Wenn Lieferanten dutzende eigenständige Abnehmer haben summiert sich das zu einem Großkunden.
Gleichzeitig ist das Ausfallrisiko minimiert, denn es ist unwahrscheinlich, dass alle dezentralen Einzelunternehmen zugleich ausfallen.

Für Betriebsmittel könnte das Szenario dabei sogar so aussehen, dass der Gewerbetreibende, diese von der Gesellschaft mietet. Kann der lokale Betrieb nicht aufrechterhalten werden, da nicht wirtschaftlich, dann kann die GmbH die Betriebsmittel dem nächsten lokalen Gewerbetreibenden zur Verfügung stellen.
Ergebnis: Motivierte Menschen können sich daraufkonzentratieren was sie gerne tun: Pflege, Handwerk etc. Sie werden unterstützt dem Kunden ein Produkte und Dienstleistungen nach moderenem professionellen MAßstab zu bieten, sind gleichzeitig weitgehend von fachfremden unternehmerischen Tätigkeiten, wie Vertrieb und Buchhaltung entlastet. Und auch die Risikolast eines Unternehmers kann limitiert werden.

Exkurs: Entwicklung im Bio Bereich
Wiederum am Beispiel Biolebensmittel ist mein Bild, dass es einen Nachfrage, sprich Umsatzanstieg gab, als die Biolebensmittel mehr und mehr auch in den konventionellen Supermärkten Teil des Standardangebotes wurden.
Mein Bild der Enticklung ist, dass der Markt durch die gut-für-fünf Pioniere im Einzelhandel, des Bioläden als Fachgeschäfte, die Pioniernachfrage der hochmotivierten bedient haben. Auch wenn der Sprung zum größeren Marktanteil der teilweise die Reduzierung auf “schadstoffreie” Lebensmittel

Derzeit liegt der Umsatzanteil der Biolebensmittel in Deustchsland bei kanpp 10%. Immer noch überschaubar, tatsächlich wächst der Markt jedoch, Firmenpioniere die vor 20 bis 30 Jahren begonnen haben das unternehmerisch angenehme Herausforderung stetiges Wachstum realisieren und viele haben echte Probleme den Bedarf, sprich die Nachfrage zu decken. So gibt es auch ein Programm der Bundesregierung, welches zum Ziel hat, 20% der Agrarflächen in den nächsten Jahren in ökologische Anbaumethoden zu überführen.

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