Studien zur integrierten Energiewende – Was ich mitnehme

Mei Fazit aus 3 Studien zur integrierten Energiewende- Wir schaffen das!
Mei Fazit aus 3 Studien zur integrierten Energiewende - Wir schaffen das!

Drei große Studien, wie wir die integrierte, also vollständige Energiewende für Deutschland gestalten können, wurden am 20.2.2019 gemeinsam und im Vergleich vorgestellt. Ich finde die Studien geben viel Zuversicht. Die Beiträge und Diskussion der Veranstaltung sind spannend, auch weil diese sinnvoll differenziert unterschiedlichste Ebenen beleuchten. Auf Basis des 3-stündigen Videos (welches ich jedem Interessierten nur empfehlen kann) habe ich hier einige Kernaussagen aus meiner Sicht zussammengefasst.

Zur (integrierten) Energiewende in Deutschland ist weit mehr notwendig als der Ausbau unserer erneuerbaren Stromquellen Wind und Photovoltaik.
Unser Aufbau von Wind- und Sonnenstrom Kapazitäten muss konsequent auf dem Wachstumspfad bleiben um die Perspektive der Stromwende und damit die Kohleverstromung schnellstmöglich sicherzustellen.
Wind in chemische Speichermedien, also Gas oder Treibstoff umzuwandeln wird klarer Teil einer technischen realistischen Lösung sein. (Meine Anmerkung: Also schnellstmöglich alle installierten Windkapazitäten nutzen – was nicht als Strom gebraucht wird umwandlen in chemische Energiespeicher. Die Technologie und Infrastruktur zur Nutzung ist vorhanden).
Für die Sektoren Industrie, Verkehr und Haushaltswärme wird, auch nach Umstellung auf regenerative Quellen, weiterhin ein Mix der Energieträger Strom, Gas, x-Fuels, Biomasse sinnvoll und notwendig bleiben. Das heißt auch, die bisher (scheinbar) verfolgte Vision der kompletten Elektrifizierung über alle Sektoren ist als unrealistisch vom Tisch (Sehe ich ganz klar auch so…)
Wir müssen mit der Engpass-Ressource Energie bewußt und effizient in allen Sektoren umgehen. Also sowohl viel Nutzwert aus einem Kilo-Joule ziehen und immer überlegen, wie wir eine Kilo-Joule an Energie ausgeben. Das bleibt, unter anderem eine sektorenspezifische Diskussion.
Wir werden es nicht schaffen Deutschland komplett energieautark zu machen, das heißt wir brauchen auch nach der Energiewende noch internationale Energiepartnerschaften. (Warum auch nicht, wir bleiben ein Exportland… wir leben also vom Handel und das heißt gegenseitiger Austausch)
Große Herausforderung wird die gesellsachaftliche Diskussion sein, um die Akzeptanz der anstehenden Maßnahmen sicherzustellen. Die Redner haben hier “der Politik” die Rolle zugeordnet, die Maßnahmen erfolgreich zu kommentieren. Alleine hier will ich die Darstellung etwas umdrehen:
Wir als Gesellschaft müssen uns darüber einig sein, dass die Energiewende ein gemeinsames, mindestens klar mehrheitliches Ziel ist. Dann gilt es die notwendigen, besser jeweils konkreten Maßnahmen und deren Zeitplan so auszugestalten, dass Zuspruch und Widerstand ausbalancieren, also dem systemischen Konsens suchen und damit breit akzeptiert werden. Hier verstehe ich die Politik lediglich als Umsetzer. Pläne und Situationen müssen breit dikutiert werden, mein Vorschlag ist den Konsens-Reifegrad zu messen und bei Bedarf die Maßnahmenplanung anpassen.
Es wurde auch formuliert, dass wir zwar möglichst früh die Ziele erreichen wollen, es letztlich jedoch nicht darum geht, das 2050er Ziel 5 Jahre fürher oder später zu erreichen. Da bin ich wieder bei den Präsentierenden, denn wir leben in komplexen Systemen, die vielzitierte Agilität brauchen wir auch hier, also immer wieder zielorientiert konzipieren, handeln, Wirkung prüfen und mit aktualisierter Zielformulierung alles wiederholen. Das nennt man Leben.

Danke für die Arbeit und die Präsentation. Ich freue mich auf die integrierte Energiewende!

Hier der Link zur Seite und zur Aufzeichnung.

https://www.dena.de/de/integrierte-energiewende/

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